Berufsprofil Apotheker
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Apotheker?
Apothekerinnen und Apotheker sichern die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. In der öffentlichen Apotheke prüfen sie Rezepte, erkennen Wechselwirkungen und Doppelverordnungen, beraten Patientinnen und Patienten und tragen die Verantwortung für alle pharmazeutischen Abläufe. Als Inhaberin oder Inhaber führen sie zudem ein Unternehmen mit Personal, Wareneinkauf und Buchhaltung.
Der Beruf ist ein freier Heilberuf. Wer ihn ausüben will, braucht die Approbation, also die staatliche Zulassung. Nur approbierte Apotheker dürfen eine öffentliche Apotheke leiten; nach dem Apothekengesetz darf eine Person neben einer Hauptapotheke höchstens drei Filialapotheken betreiben. Viele Apotheker arbeiten angestellt, etwa als Filialleitung oder in Krankenhausapotheken, der Industrie, Behörden und Forschung.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Arzneimittelabgabe und Beratung: Verordnungen prüfen, Patientinnen und Patienten zur richtigen Anwendung beraten, Selbstmedikation begleiten.
- Pharmazeutische Dienstleistungen: Medikationsanalysen bei Polymedikation, Inhalationsschulungen, Blutdruckmessungen und Impfungen, soweit rechtlich vorgesehen.
- Herstellung und Prüfung: Rezepturen freigeben, Qualität von Ausgangsstoffen verantworten, in Klinikapotheken Zytostatika und Ernährungslösungen herstellen lassen.
- Zusammenarbeit mit Ärzten: bei Unklarheiten Rücksprache halten, Therapien optimieren, auf Lieferengpässe mit Alternativen reagieren.
- Führung und Organisation: Team aus PTA und PKA anleiten, Notdienste planen, Qualitätsmanagement und Dokumentation sicherstellen.
- Industrie und Behörden: an Entwicklung, Zulassung, Qualitätskontrolle oder Arzneimittelsicherheit mitwirken.
In öffentlichen Apotheken gehören Nacht- und Notdienste zum Beruf. In der Krankenhausapotheke stehen die Versorgung der Stationen, Arzneimittelkommissionen und die Beratung von Ärzten und Pflege im Mittelpunkt.
Ausbildung und Voraussetzungen
Der Weg führt über das Pharmaziestudium an einer Universität. Es dauert in der Regel acht Semester und schließt mit dem zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung ab. Danach folgt ein praktisches Jahr von zwölf Monaten, von denen mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke abzuleisten sind. Mit dem dritten Prüfungsabschnitt und der Erteilung der Approbation ist die Ausbildung abgeschlossen. Pharmazie ist an staatlichen Hochschulen zulassungsbeschränkt, die Plätze werden zentral über hochschulstart.de vergeben.
Studieninhalte sind unter anderem allgemeine, anorganische und organische Chemie, pharmazeutische Biologie, Physik, Pharmakologie, pharmazeutische Technologie und Klinische Pharmazie. Eine Reform der Approbationsordnung mit stärkerem Fokus auf Klinischer Pharmazie wird seit längerer Zeit diskutiert.
Wer Apotheker werden möchte, braucht ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches Interesse, Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Freude an der Beratung. In der Offizin kommen kaufmännisches Denken und Führungskompetenz hinzu. Apotheker mit ausländischem Abschluss können ihre Qualifikation anerkennen lassen, häufig nach einer Kenntnisprüfung und dem Nachweis von Fachsprachkenntnissen.
Weiterbildung und Karriere
Nach der Approbation können Apotheker sich über die Apothekerkammern zum Fachapotheker weiterbilden, etwa für Allgemeinpharmazie, Klinische Pharmazie, Arzneimittelinformation, Pharmazeutische Technologie oder Öffentliches Gesundheitswesen. Die Weiterbildung dauert in der Regel drei Jahre berufsbegleitend. Zusätzlich gibt es Bereichsweiterbildungen, zum Beispiel in Geriatrischer Pharmazie, Onkologischer Pharmazie, Ernährungsberatung oder Infektiologie.
Karrierewege führen zur Filialleitung und zur eigenen Apotheke, in die Leitung einer Krankenhausapotheke, in Industrie, Arzneimittelzulassung, Pharmakovigilanz, Medical Affairs oder in Aufsichtsbehörden. Eine Promotion eröffnet zusätzlich Wege in Forschung und Lehre.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Approbierte Apotheker haben gute Berufsaussichten, auch wenn sich der Markt wandelt. Laut Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit zählen Apotheker und Pharmazeuten nicht mehr zu den Engpassberufen, nachdem sie im Vorjahr noch dazugehörten. Die Zahl der öffentlichen Apotheken sinkt seit Jahren, während Klinikapotheken, Industrie und neue pharmazeutische Dienstleistungen Bedarf schaffen. Gerade in ländlichen Regionen fällt es Inhabern oft schwer, Filialleitungen und Nachfolger zu finden. Einen Überblick über den Gesamtarbeitsmarkt bietet die Seite zur Arbeitslosenquote.
Angestellte Apotheker in öffentlichen Apotheken werden häufig nach dem Tarifvertrag der Apothekengewerkschaft Adexa bezahlt, in Kliniken nach TVöD oder Haustarif, in der Industrie meist deutlich übertariflich. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite; das Nettogehalt berechnet der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, Apotheker zu werden?
Das Pharmaziestudium dauert in der Regel acht Semester, danach folgt ein praktisches Jahr. Einschließlich Prüfungen dauert der Weg zur Approbation meist fünf Jahre oder etwas länger.
Was ist eine Approbation?
Die Approbation ist die staatliche Erlaubnis, den Apothekerberuf auszuüben. Sie wird nach bestandener Pharmazeutischer Prüfung von der zuständigen Landesbehörde erteilt.
Wie viele Apotheken darf ein Apotheker besitzen?
Nach dem Apothekengesetz darf eine Apothekerin oder ein Apotheker eine Hauptapotheke und bis zu drei Filialapotheken betreiben, die in räumlicher Nähe liegen müssen.
Welche Alternativen zur öffentlichen Apotheke gibt es?
Apotheker arbeiten auch in Krankenhausapotheken, in der pharmazeutischen Industrie, bei Zulassungs- und Überwachungsbehörden, bei Krankenkassen, in der Bundeswehr sowie in Forschung und Lehre.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Apotheker?
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