Berufsprofil Fachinformatiker
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Fachinformatiker?
Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker sorgen dafür, dass die IT von Unternehmen und Behörden funktioniert und sich weiterentwickelt. Je nach Fachrichtung richten sie Server, Netzwerke und Arbeitsplätze ein, entwickeln und testen Software, analysieren Daten und Geschäftsprozesse oder vernetzen Maschinen und Anlagen. Sie beraten Anwenderinnen und Anwender, lösen technische Probleme und achten auf Informationssicherheit und Datenschutz.
Fachinformatiker ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und einer der beliebtesten Ausbildungsberufe im IT-Bereich. Mit der Neuordnung der IT-Berufe im Jahr 2020 gibt es vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Die ersten beiden sind die bekanntesten und am stärksten besetzten Fachrichtungen.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Systemintegration: Server, Netzwerke, Clients und Cloud-Dienste planen, einrichten und betreuen, Benutzer verwalten, Backups und Updates sicherstellen.
- Anwendungsentwicklung: Software und Web-Anwendungen programmieren, testen, dokumentieren und an Kundenanforderungen anpassen.
- Daten- und Prozessanalyse: Daten aufbereiten und auswerten, Geschäftsprozesse analysieren und digitale Lösungen zur Optimierung entwickeln.
- Digitale Vernetzung: vernetzte Systeme in Produktion und Gebäuden, etwa im Internet der Dinge, planen, in Betrieb nehmen und überwachen.
- Support: Anfragen im IT-Service bearbeiten, Störungen analysieren und beheben, Anwender schulen.
- IT-Sicherheit: Sicherheitsrichtlinien umsetzen, Zugriffsrechte verwalten, Schwachstellen schließen und Vorfälle dokumentieren.
Fachinformatiker arbeiten in IT-Abteilungen von Unternehmen aller Branchen, bei IT-Dienstleistern und Systemhäusern, Softwarefirmen, Rechenzentren, Telekommunikationsanbietern und im öffentlichen Dienst. In Systemhäusern gehören Kundeneinsätze vor Ort dazu, in größeren IT-Abteilungen auch Rufbereitschaften für kritische Systeme.
Ausbildung und Voraussetzungen
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und an der Berufsschule statt. Zuständig ist die Industrie- und Handelskammer. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet etwa zur Mitte der Ausbildung statt, Teil 2 am Ende und umfasst unter anderem ein betriebliches Projekt mit Dokumentation und Präsentation. Die Inhalte der ersten Ausbildungshälfte sind für alle IT-Berufe weitgehend gleich, danach folgt die Vertiefung in der gewählten Fachrichtung. Mit Abitur oder guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben aber einen mittleren Schulabschluss oder Abitur. Gefragt sind logisches Denken, Interesse an Technik und Programmierung, gute Englischkenntnisse für Fachliteratur und Dokumentation, Sorgfalt und Kommunikationsfähigkeit. Die Umschulung zum Fachinformatiker ist ein verbreiteter Weg für Quereinsteiger und kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gefördert werden. Wer bereits Berufserfahrung in der IT hat, kann den Abschluss auch über die Externenprüfung erwerben.
Weiterbildung und Karriere
Herstellerzertifikate etwa für Netzwerktechnik, Cloud-Plattformen, Betriebssysteme, Datenbanken oder IT-Sicherheit sind in der Branche sehr verbreitet und erhöhen die Chancen deutlich. Für den formalen Aufstieg gibt es das IT-Fortbildungssystem: Auf zertifizierte IT-Spezialisten bauen die IHK-Aufstiegsfortbildungen auf Ebene des Bachelor Professional, etwa zum Geprüften IT-Projektleiter oder IT-Entwickler, und darüber die strategischen Abschlüsse auf Ebene des Master Professional auf.
Mit Hochschulzugangsberechtigung – die auch über eine Aufstiegsfortbildung erworben werden kann – ist ein Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder IT-Sicherheit möglich, häufig berufsbegleitend. Karrierewege führen zum IT-Administrator oder Systemarchitekten, zum Softwareentwickler, zum IT-Security-Spezialisten, Cloud Engineer, Data Analyst, zur Teamleitung oder IT-Leitung.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
IT-Fachkräfte sind in Deutschland gefragt. Digitalisierung, Cloud-Umstellungen, IT-Sicherheit und Automatisierung sorgen für anhaltenden Bedarf, besonders in Systemintegration und IT-Sicherheit. Die Berufe in der Informatik zählen laut Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit auf Spezialistenebene zu den Engpassberufen. Gleichzeitig reagiert der Markt für Softwareentwicklung stärker auf die Konjunktur, und KI-Werkzeuge verändern einfache Programmieraufgaben. Wer sich laufend weiterbildet, hat sehr gute Perspektiven. Den Stand des Gesamtarbeitsmarkts zeigt die Übersicht zur Arbeitslosenquote.
Gearbeitet wird überwiegend in Vollzeit mit Gleitzeit und oft mobilen Anteilen, im Support und Betrieb teilweise mit Schicht- oder Bereitschaftsdiensten. Die Vergütung hängt stark von Branche, Region und Spezialisierung ab; im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-L. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite, was netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Welche Fachrichtungen gibt es beim Fachinformatiker?
Seit 2020 gibt es vier: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Die Spezialisierung beginnt nach der gemeinsamen ersten Ausbildungshälfte.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachinformatiker?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, eine Umschulung meist zwei Jahre. Mit Abitur oder guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was ist besser: Systemintegration oder Anwendungsentwicklung?
Das hängt von den Interessen ab. Systemintegration passt zu allen, die gern mit Servern, Netzwerken und Hardware arbeiten. Anwendungsentwicklung ist richtig für alle, die programmieren und Software gestalten möchten.
Kann ich mit einer Umschulung Fachinformatiker werden?
Ja. Umschulungen dauern in der Regel zwei Jahre, enden mit derselben IHK-Prüfung und können bei Arbeitslosigkeit über einen Bildungsgutschein gefördert werden.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Fachinformatiker?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Stellenangebote für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker aus ganz Deutschland. Über die Ortsauswahl lassen sich die Jobs nach Städten filtern.