Berufsprofil Friseur
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Friseur?
Friseurinnen und Friseure sorgen dafür, dass sich ihre Kundinnen und Kunden mit ihrem Aussehen wohlfühlen. Sie beraten zu Schnitt, Farbe und Styling, schneiden Haare, färben, tönen und blondieren, legen Dauerwellen oder glätten, stylen Frisuren für besondere Anlässe und pflegen Bärte. Viele Salons bieten zusätzlich Kopfhautbehandlungen, Haarverlängerungen, Make-up, Wimpern- und Augenbrauenstyling oder Maniküre an.
Der Beruf verbindet Handwerk, Kreativität und Dienstleistung. Neben Technik und Stilgefühl kommt es besonders auf Einfühlungsvermögen an: Friseure müssen Wünsche verstehen, ehrlich beraten und dafür sorgen, dass sich Kunden während des Besuchs gut aufgehoben fühlen. Viele Stammkunden kommen über Jahre zu „ihrer“ Friseurin oder „ihrem“ Friseur.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Beratung: Haarstruktur, Kopfhaut und Gesichtsform einschätzen, passende Schnitte und Farben vorschlagen.
- Waschen und Pflegen: Haare waschen, Pflegeprodukte auswählen, Kopfmassagen und Kuren anwenden.
- Schneiden: Damen-, Herren- und Kinderhaarschnitte mit Schere, Messer und Maschine ausführen.
- Farbe und Form: Färben, Strähnen, Blondierungen und Umformungen fachgerecht durchführen.
- Styling und Bartpflege: Föhnfrisuren, Hochsteckfrisuren und Bartschnitte gestalten.
- Salonorganisation: Termine vergeben, kassieren, Produkte verkaufen, Arbeitsplatz hygienisch halten.
Friseure arbeiten überwiegend im Stehen, oft mit erhobenen Armen, und kommen mit Wasser und chemischen Produkten in Berührung. Hautschutz und ergonomisches Arbeiten sind daher wichtig. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Wünschen der Kundschaft; Samstagsarbeit und späte Termine am Abend sind in vielen Salons üblich, dafür ist häufig der Montag frei.
Neben klassischen Salons gibt es Barbershops mit Fokus auf Herrenschnitte und Bartpflege, Salonketten mit standardisierten Abläufen, mobile Friseure, die Kunden zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern besuchen, sowie Friseure an Theatern, bei Film und Fernsehen.
Ausbildung und Voraussetzungen
Friseur ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Salon und in der Berufsschule statt. Die Gesellenprüfung ist als gestreckte Prüfung in zwei Teilen organisiert. Im Verlauf der Ausbildung können Wahlqualifikationen gewählt werden, etwa zu dekorativer Kosmetik, Nageldesign, Langhaarfrisuren oder Haarersatz. Für Menschen mit Behinderung gibt es zudem die Ausbildung zum Fachpraktiker im Friseurhandwerk.
Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; viele Auszubildende haben einen Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss. Wichtig sind Kreativität, Sinn für Farben und Formen, Fingerfertigkeit, gute Umgangsformen, Kommunikationsfreude und ein gepflegtes Auftreten. Allergien gegen Haarfarben oder Hautprobleme an den Händen können den Beruf erschweren und sollten vorab ärztlich abgeklärt werden.
Weiterbildung und Karriere
Nach der Ausbildung bilden sich viele Friseure über Seminare von Herstellern und Akademien weiter, etwa zu Schnitttechniken, Colorationen, Balayage, Hochsteckfrisuren, Barbering oder Haarverlängerungen. Spezialisierungen als Colorist, Barbier oder Stylist für Hochzeiten und Events sind gefragt.
Die wichtigste Aufstiegsfortbildung ist der Friseurmeister (Bachelor Professional im Friseur-Handwerk). Das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig; der Meisterbrief berechtigt zur Führung eines eigenen Salons und zur Ausbildung. Er ist mit Aufstiegs-BAföG förderfähig. Weitere Wege führen in die Salonleitung einer Kette, zum Trainer bei einem Kosmetikhersteller, in die Maskenbildnerei oder in den Vertrieb von Friseurbedarf. Auch der Wechsel in Kosmetik oder Verkauf und Beratung ist möglich.
Viele Friseure machen sich nach einigen Berufsjahren selbstständig, andere mieten einen Stuhl in einem bestehenden Salon. Beide Modelle bieten mehr Freiheit, erfordern aber kaufmännisches Geschick, eine eigene Kundschaft und Kenntnisse über Steuern und Versicherungen.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Friseurleistungen werden überall gebraucht, entsprechend gibt es in allen Regionen Stellen. Viele Salons suchen Personal, gleichzeitig ist die Branche von vielen kleinen Betrieben, Teilzeitstellen und Selbstständigkeit geprägt. Wer sich spezialisiert, eine treue Stammkundschaft aufbaut und Zusatzleistungen anbietet, verbessert seine Verdienstmöglichkeiten deutlich. Neben dem Grundlohn spielen in vielen Salons Umsatzbeteiligungen und Trinkgelder eine Rolle. Wie sich der Arbeitsmarkt allgemein entwickelt, zeigt die Seite zur Arbeitslosenquote.
Für das Friseurhandwerk gibt es regionale Tarifverträge; der gesetzliche Mindestlohn gilt in jedem Fall. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite, Ihr Nettoeinkommen berechnet der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Mit höherem Schulabschluss oder guten Leistungen kann sie auf Antrag verkürzt werden.
Brauche ich für einen eigenen Salon den Meisterbrief?
In der Regel ja, denn das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen können erfahrene Gesellen eine Ausnahme erhalten.
Ist Barbier ein eigener Beruf?
Nein, Barbiere sind Friseure mit Spezialisierung auf Herrenschnitte und Bartpflege. Die Grundlage ist die Friseurausbildung, ergänzt um entsprechende Weiterbildungen.
Wie wichtig sind Trinkgeld und Provision?
In vielen Salons machen sie einen spürbaren Teil des Einkommens aus. Die Regelungen unterscheiden sich stark zwischen den Betrieben.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Friseur?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Stellenangebote für Friseure aus ganz Deutschland. Über die Ortsauswahl lassen sich die Jobs nach Städten filtern.