Berufsprofil Tischler
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Tischler?
Tischler entwerfen, fertigen, montieren und reparieren Produkte aus Holz und Holzwerkstoffen, häufig kombiniert mit Glas, Metall oder Kunststoff. Dazu gehören Möbel und Einbauschränke, Küchen, Treppen, Fenster, Haus- und Innentüren, Böden, Wand- und Deckenverkleidungen sowie komplette Ladenbau- und Messeeinrichtungen. In Süd- und Westdeutschland heißt der Beruf traditionell Schreiner; Ausbildung und Tätigkeiten sind identisch.
Das Berufsbild reicht vom individuellen Einzelstück in der kleinen Werkstatt bis zur industriellen Serienfertigung mit CNC-Maschinen. Viele Tischler arbeiten zudem im Bereich Instandhaltung und Wohnungsservice, etwa für Wohnungsunternehmen, oder im Innenausbau von Flugzeugen, Schiffen und Wohnmobilen.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Planung: Aufmaß beim Kunden nehmen, Entwürfe und Fertigungszeichnungen erstellen, Materialien auswählen, oft mit CAD-Software.
- Fertigung: Holz und Plattenwerkstoffe zuschneiden, fräsen, hobeln, verleimen und Beschläge vorbereiten – von Hand oder mit CNC-Bearbeitungszentren.
- Oberflächen: Schleifen, beizen, lackieren oder ölen, damit Oberflächen schön und widerstandsfähig werden.
- Montage: Möbel, Küchen, Fenster, Türen und Innenausbauten beim Kunden einbauen und anpassen.
- Reparatur und Instandhaltung: Türen, Fenster und Möbel reparieren, Schlösser und Beschläge tauschen, Schäden in Wohnungen beheben.
- Beratung: Kunden zu Materialien, Funktionen und Pflege beraten.
In der Instandhaltung großer Wohnungsbestände oder öffentlicher Gebäude sind Tischler oft allein oder im kleinen Team unterwegs und erledigen vielfältige Reparaturaufträge. Im Innenausbau von Flugzeugen arbeiten sie dagegen nach strengen Qualitäts- und Dokumentationsvorgaben mit Leichtbauwerkstoffen. In der Werkstatt überwiegt Maschinenarbeit, bei der Montage körperliche Arbeit auf Baustellen und in Wohnungen.
Ausbildung und Voraussetzungen
Die Ausbildung zum Tischler bzw. Schreiner ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk und in der Industrie. Sie dauert drei Jahre und verläuft dual im Betrieb und in der Berufsschule. In einigen Bundesländern wird das erste Ausbildungsjahr als schulisches Berufsgrundbildungsjahr absolviert. Zum Abschluss fertigen Auszubildende im Handwerk ein Gesellenstück an, das sie selbst entwerfen und bauen. Die Gesellenprüfung ist in zwei Teile gestreckt.
Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. In der Praxis haben Auszubildende oft einen Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss, zunehmend auch Abitur. Wichtig sind handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, ein Gespür für Formen und Materialien, Mathematikkenntnisse für Berechnungen sowie Sorgfalt im Umgang mit Maschinen. Da viel montiert wird, sind körperliche Belastbarkeit und ein Pkw-Führerschein von Vorteil. Holzstaub und Lacke erfordern konsequenten Arbeitsschutz.
Wer den Beruf später lernen möchte, kann eine Umschulung absolvieren. Mit langjähriger Berufserfahrung ist auch die Zulassung zur Externenprüfung möglich.
Weiterbildung und Karriere
Tischler können sich über Lehrgänge in CNC-Technik, Fenster- und Türmontage, Einbruchschutz, Restaurierung, Oberflächentechnik oder Gestaltung spezialisieren. Mit Erfahrung übernehmen sie Aufgaben als Vorarbeiter, Montageleiter oder Werkstattleiter.
Der Tischlermeister bzw. Schreinermeister (Bachelor Professional) berechtigt zur Gründung eines eigenen Betriebs und zur Ausbildung. Alternativ führt der Weg zum staatlich geprüften Holztechniker oder zum Gestalter im Handwerk. Beide Aufstiegsfortbildungen lassen sich über das Aufstiegs-BAföG finanzieren. Ein Studium der Holztechnik, Innenarchitektur oder des Produktdesigns eröffnet weitere Perspektiven. Mit Verkaufstalent ist auch ein Wechsel in die Möbel- und Küchenberatung, etwa als Küchenplaner, möglich.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Gut ausgebildete Tischler finden in vielen Regionen Arbeit. Die Nachfrage kommt aus Wohnungsbau und Sanierung, Innenausbau, Laden- und Messebau sowie aus der Instandhaltung großer Immobilienbestände. Energetische Modernisierung mit neuen Fenstern und Türen sorgt ebenfalls für Aufträge. Gleichzeitig reagiert das Bau- und Ausbaugewerbe auf Konjunkturschwankungen, sodass die Lage je nach Region und Branche unterschiedlich ist. Einen Überblick über den Arbeitsmarkt gibt die Seite zur Arbeitslosenquote.
Arbeitgeber sind Tischlereien und Schreinereien, Möbel- und Fensterhersteller, Innenausbau- und Messebaufirmen, Wohnungsunternehmen mit eigenen Handwerkerteams, Hausverwaltungen, Luftfahrt- und Fahrzeugbauer sowie Theater mit eigenen Werkstätten. Gearbeitet wird meist in Vollzeit zu regulären Tageszeiten, bei Montagen teils an wechselnden Einsatzorten. Die Bezahlung richtet sich im Handwerk häufig nach regionalen Tarifverträgen. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite; was netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Tischler und Schreiner?
Es gibt keinen fachlichen Unterschied. Im Norden und Osten Deutschlands sagt man Tischler, im Süden und Westen Schreiner. Die Ausbildung ist dieselbe.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Tischler?
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Mit guten Leistungen oder Abitur kann sie auf Antrag verkürzt werden.
Arbeiten Tischler heute noch viel von Hand?
Handarbeit gehört weiterhin dazu, vor allem bei Einzelstücken, Anpassungen und Montagen. In der Fertigung übernehmen aber zunehmend computergesteuerte Maschinen das Zuschneiden und Fräsen, die Tischler programmieren und bedienen.
Kann ich mich als Tischler selbstständig machen?
Ja. Für die Gründung eines Tischlerbetriebs ist in der Regel der Meistertitel erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Eintragung in die Handwerksrolle auch mit langjähriger Berufserfahrung möglich.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Tischler?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Stellenangebote für Tischler und Schreiner aus ganz Deutschland, filterbar nach Städten.