Arbeitsmarkt Gelsenkirchen im Überblick
Gelsenkirchen war einst die „Stadt der tausend Feuer“ – so genannt wegen der vielen Zechen, Kokereien und Hochöfen. Mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus hat die Stadt viele industrielle Arbeitsplätze verloren, und der Strukturwandel ist hier deutlicher zu spüren als in manchen Nachbarstädten. Gleichzeitig sind neue Schwerpunkte entstanden, die heute den Arbeitsmarkt tragen.
Industriell prägend ist nach wie vor der Standort in Scholven und Horst mit der Raffinerie Gelsenkirchen, die inzwischen von bp an die Klesch-Gruppe übergegangen ist, sowie weiteren Chemie- und Energieunternehmen. Stark vertreten ist außerdem die Wohnungswirtschaft: Das Wohnungsunternehmen Vivawest hat seine Zentrale in Gelsenkirchen. Mit ROLLER hat zudem eine bekannte Möbelhandelskette ihren Sitz in der Stadt. Großer Arbeitgeber ist darüber hinaus das Gesundheits- und Sozialwesen mit mehreren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Die Westfälische Hochschule hat ihren Hauptsitz in Gelsenkirchen und bildet unter anderem in Technik, Informatik und Wirtschaft aus. Gelsenkirchen ist eng mit Essen, Bochum, Gladbeck und Herne verflochten; viele Menschen arbeiten in einer Nachbarstadt. Wie sich die Arbeitslosigkeit in der Stadt entwickelt, zeigt die Arbeitsmarktstatistik für Gelsenkirchen; wie die dort genannte Quote zustande kommt, erklärt unser Ratgeber zur Berechnung der Arbeitslosenquote.
Wachsende Bedeutung haben erneuerbare Energien und Umwelttechnik: Auf früheren Zechenflächen sind Gewerbegebiete entstanden, in denen sich Handwerk, Logistik und technische Dienstleister angesiedelt haben. Hinzu kommen Arbeitsplätze in Handel, Gastronomie und rund um die Veranstaltungen in der Arena auf Schalke.
Wichtige Branchen und Arbeitgeber
- Energie und Chemie: Raffinerie Gelsenkirchen (Klesch-Gruppe), Emscher Lippe Energie (ELE)
- Wohnungswirtschaft: Vivawest
- Handel: ROLLER (Unternehmenszentrale)
- Gesundheit und Soziales: St. Augustinus Gelsenkirchen, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen
- Bildung: Westfälische Hochschule
- Sport und Freizeit: FC Schalke 04, ZOOM Erlebniswelt
- Verwaltung und Versorgung: Stadt Gelsenkirchen, Gelsenwasser
Tipps für die Jobsuche in Gelsenkirchen
Die Agentur für Arbeit Gelsenkirchen berät bei Berufswahl, Stellensuche und Weiterbildung. Das Jobcenter Gelsenkirchen – in der Stadt unter dem Namen Integrationscenter für Arbeit bekannt – betreut Menschen im Bürgergeld-Bezug. Weil viele Stellen einen Berufsabschluss voraussetzen, lohnt es sich, nach geförderten Umschulungen und Teilqualifizierungen zu fragen, etwa in Pflege, Elektrotechnik oder Logistik.
Regelmäßig finden Ausbildungs- und Jobbörsen in der Stadt statt, bei denen sich regionale Arbeitgeber vorstellen. Die Westfälische Hochschule bietet Studierenden Kontaktmöglichkeiten zu Unternehmen aus dem nördlichen Ruhrgebiet. Auch die großen Pflegeträger suchen kontinuierlich Personal und bilden selbst aus.
Die Wohnkosten in Gelsenkirchen gehören zu den günstigsten unter den Großstädten in Nordrhein-Westfalen. Das kann ein Vorteil sein, wenn Sie in einer der Nachbarstädten arbeiten. Straßenbahn, Stadtbahn und S-Bahn im VRR verbinden Gelsenkirchen mit Essen, Bochum und Dortmund; über die A2 und die A42 ist die Stadt auch mit dem Auto gut an das Ruhrgebiet angebunden.