Arbeitsmarkt Stuttgart im Überblick
Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist das Herz einer der industriestärksten Regionen Europas. Fahrzeugbau, Maschinen- und Anlagenbau sowie Elektrotechnik prägen den Arbeitsmarkt seit Jahrzehnten. Die Stadt ist zudem Verwaltungssitz der Region Stuttgart, eines Verbands von Landeshauptstadt und fünf umliegenden Landkreisen, der Wirtschaftsförderung und Nahverkehr gemeinsam plant. Neben den großen Konzernen gibt es in Stadt und Region eine enorme Dichte an mittelständischen Zulieferern und Ingenieurdienstleistern, die oft als „Hidden Champions“ in ihrer Nische weltweit führend sind.
Der Wandel hin zu Elektromobilität, Software und Automatisierung verändert die Anforderungen deutlich: Gefragt sind heute neben klassischen Facharbeitern und Ingenieuren zunehmend Softwareentwicklerinnen, Elektronikfachleute, Batterie- und Datenspezialisten. Gleichzeitig bieten Landesverwaltung, Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen und Handel viele Arbeitsplätze abseits der Industrie.
Ausgebildet wird der Nachwuchs an der Universität Stuttgart, der Universität Hohenheim, der Hochschule für Technik, der Hochschule der Medien und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, die in Stuttgart einen ihrer größten Standorte hat. Viele Studierende sammeln über das duale Modell früh Praxiserfahrung in Unternehmen der Region.
Stuttgart zieht täglich eine große Zahl von Einpendlern aus den Landkreisen Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen und dem Rems-Murr-Kreis an. Umgekehrt sitzen bedeutende Arbeitgeber wie Bosch in Gerlingen oder Trumpf in Ditzingen direkt vor der Stadtgrenze. Wie sich die Arbeitslosigkeit entwickelt, zeigt die Arbeitsmarktstatistik für Stuttgart; zum Vergleich lohnt der Blick auf ganz Baden-Württemberg.
Wichtige Branchen und Arbeitgeber
- Automobilbau: Mercedes-Benz Group (Konzernzentrale in Untertürkheim), Porsche (Stammsitz in Zuffenhausen)
- Zulieferer und Maschinenbau: Mahle, Bosch (Zentrale im benachbarten Gerlingen), zahlreiche mittelständische Zulieferbetriebe
- Banken und Versicherungen: Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Baden-Württembergische Bank
- Wissenschaft und Bildung: Universität Stuttgart, Universität Hohenheim, DHBW Stuttgart, Hochschule für Technik Stuttgart
- Öffentlicher Dienst: Landesministerien und Landesbehörden, Landeshauptstadt Stuttgart
- Gesundheit: Klinikum Stuttgart, Robert-Bosch-Krankenhaus
Tipps für die Jobsuche in Stuttgart
Die Agentur für Arbeit Stuttgart berät zu Stellensuche, Umschulung und Weiterbildung; Beziehende von Bürgergeld wenden sich an das Jobcenter Stuttgart. Gerade für Beschäftigte aus der Autoindustrie, die sich beruflich neu orientieren möchten, gibt es Qualifizierungsangebote etwa in Richtung Elektrotechnik oder IT, die unter Umständen gefördert werden können.
Die Landesmesse Stuttgart direkt am Flughafen ist Schauplatz von Fachmessen wie der AMB für Metallbearbeitung, der LogiMAT für Intralogistik oder der Urlaubsmesse CMT. Wer in diesen Branchen sucht, kann dort Unternehmen persönlich ansprechen. Auch die Firmenkontaktmessen der Hochschulen sind eine gute Gelegenheit, Arbeitgeber aus der Region kennenzulernen.
Wohnen in der Kessellage ist teuer, und freie Wohnungen sind begehrt. Viele Beschäftigte ziehen daher ins Umland und pendeln mit S-Bahn, Stadtbahn oder Regionalzug im Verbund VVS. Wegen der häufig dichten Verkehrslage auf den Einfallstraßen lohnt es sich, bei der Wohnortwahl auf eine gute Bahnanbindung zu achten. Eine Alternative mit eigenem Stellenmarkt ist das nahe Heilbronn.