Berufsprofil Dachdecker
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Dachdecker?
Dachdecker schützen Gebäude vor Regen, Wind, Kälte und Hitze. Sie decken Steildächer mit Ziegeln, Dachsteinen, Schiefer oder Metall, dichten Flachdächer mit Bitumen- oder Kunststoffbahnen ab, bekleiden Fassaden und bauen Dachfenster, Rinnen und Blitzschutz ein. Ein wachsender Teil der Arbeit betrifft die Dämmung von Dächern und die Montage von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Damit sind Dachdecker wichtige Akteure der energetischen Gebäudesanierung.
Der Beruf gehört zum Bauhandwerk und wird überwiegend in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben ausgeübt. Dachdecker arbeiten eng mit Zimmerern, Klempnern, Elektrikern und Gerüstbauern zusammen.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Steildach: Lattung anbringen, Unterdeckbahnen verlegen, Ziegel, Dachsteine oder Schiefer decken, Firste und Grate ausbilden.
- Flachdach: Abdichtungen aus Bitumen, Kunststoff oder Flüssigkunststoff aufbringen, Gründächer anlegen, Anschlüsse ausführen.
- Dämmung: Wärmedämmung zwischen, auf oder unter den Sparren einbauen, Dampfbremsen luftdicht verkleben.
- Solartechnik: Unterkonstruktionen und Module für Photovoltaik montieren, Dachdurchdringungen sicher abdichten.
- Fassade und Details: Wandbekleidungen, Dachfenster, Gauben, Rinnen und Fallrohre montieren.
- Reparatur und Wartung: Sturmschäden beseitigen, Undichtigkeiten aufspüren, Dächer inspizieren.
Gearbeitet wird überwiegend im Freien und in der Höhe. Absturzsicherung, Gerüste, Auffanggurte und Hubarbeitsbühnen gehören zum Alltag, ebenso der Umgang mit Materialaufzügen. Im Winter und bei schlechtem Wetter verlagern sich manche Arbeiten in die Werkstatt oder auf Innenarbeiten; für wetterbedingte Ausfälle gibt es im Baugewerbe besondere Regelungen wie das Saison-Kurzarbeitergeld.
Der Beruf ist körperlich anspruchsvoll: Material muss getragen, auf dem Dach gekniet und bei Sonne wie Kälte gearbeitet werden. Dafür sehen Dachdecker am Ende jedes Tages sichtbare Ergebnisse und arbeiten meist in eingespielten Teams.
Ausbildung und Voraussetzungen
Dachdecker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Ausbildungszentren statt. Im Verlauf wählen Auszubildende einen Schwerpunkt: Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik oder Reetdachtechnik. Am Ende steht die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben; viele Auszubildende haben einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss. Wichtig sind Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, körperliche Fitness, handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen. Grundlagen in Mathematik helfen beim Berechnen von Dachflächen, Neigungen und Materialmengen. Ein Führerschein ist für die Fahrt zu Baustellen von Vorteil.
Quereinsteiger beginnen häufig als Dachdeckerhelfer. Mit Berufserfahrung kann die Gesellenprüfung unter bestimmten Voraussetzungen auch als Externenprüfung abgelegt werden.
Wichtig ist auch die Bereitschaft, sich laufend fortzubilden: Neue Dämmstoffe, Abdichtungssysteme, Normen für Flachdächer und die Integration von Solarmodulen verändern das Handwerk stetig. Viele Betriebe unterstützen Gesellen dabei mit Herstellerschulungen und Lehrgängen der Innungen.
Weiterbildung und Karriere
Nach der Ausbildung spezialisieren sich viele Dachdecker, etwa auf Flachdachabdichtung, Schiefer, Metalldächer, Dachbegrünung oder Solartechnik. Mit Erfahrung übernehmen sie als Vorarbeiter die Verantwortung für eine Baustelle und ein Team.
Die wichtigste Aufstiegsfortbildung ist der Dachdeckermeister (Bachelor Professional im Dachdecker-Handwerk). Das Dachdeckerhandwerk ist zulassungspflichtig; der Meisterbrief berechtigt zur Führung eines eigenen Betriebs und zur Ausbildung. Weitere Wege sind die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater im Handwerk, der staatlich geprüfte Bautechniker oder ein Studium im Bauingenieurwesen oder in der Gebäudetechnik. Aufstiegs-BAföG unterstützt Meister- und Technikerfortbildungen.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Die Aussichten für Dachdecker sind gut. Klimaschutzvorgaben, die Sanierung älterer Gebäude, der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern und häufigere Unwetterschäden sorgen für volle Auftragsbücher. Gleichzeitig ist es für viele Betriebe schwierig, Nachwuchs zu gewinnen. Die Bundesagentur für Arbeit sieht in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 insbesondere in Bau- und Handwerksberufen Engpässe. Wie sich der Arbeitsmarkt insgesamt entwickelt, zeigt die Seite zur Arbeitslosenquote.
Arbeitgeber sind vor allem Dachdeckerbetriebe, aber auch Bauunternehmen, Solarfirmen und Unternehmen im Holz- und Fassadenbau. Im Dachdeckerhandwerk gelten Tarifverträge, die unter anderem Mindestentgelte regeln. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite; was netto bleibt, berechnet der Brutto-Netto-Rechner.
Für Quereinsteiger aus anderen Bauberufen, etwa Zimmerer oder Klempner, ist der Wechsel in eine Dachdeckerei vergleichsweise leicht, da viele Arbeitsschritte ähnlich sind und Erfahrung auf Baustellen geschätzt wird.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Dachdecker?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Mit Abitur oder guten Leistungen kann sie auf Antrag verkürzt werden.
Muss ich schwindelfrei sein?
Ja. Dachdecker arbeiten täglich in der Höhe. Moderne Sicherungstechnik reduziert das Risiko, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit bleiben aber Grundvoraussetzung.
Was passiert im Winter?
Viele Arbeiten laufen bei trockenem Wetter weiter. Bei Frost, Schnee oder Sturm ruhen Dacharbeiten; für witterungsbedingte Ausfälle gibt es in der Baubranche das Saison-Kurzarbeitergeld.
Dürfen Dachdecker Solaranlagen montieren?
Ja, die mechanische Montage auf dem Dach gehört zu ihren Aufgaben. Den elektrischen Anschluss übernimmt eine Elektrofachkraft.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Dachdecker?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Stellenangebote für Dachdecker aus ganz Deutschland. Über die Ortsauswahl lassen sich die Jobs nach Städten filtern.