Berufsprofil Duales Studium
Aktualisiert am 26.09.2026
Was ist ein duales Studium?
Beim dualen Studium wechseln sich Theorie an einer Hochschule oder Berufsakademie und Praxis in einem Unternehmen, einer Behörde oder einer sozialen Einrichtung ab. Anders als beim klassischen Studium sind Studierende von Beginn an fest bei einem Praxispartner beschäftigt, arbeiten dort in den Praxisphasen mit und erhalten in der Regel eine monatliche Vergütung. Am Ende steht ein vollwertiger Bachelorabschluss, je nach Modell zusätzlich ein Berufsabschluss.
Angeboten werden duale Studiengänge von staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, dualen Hochschulen, Berufsakademien und privaten Hochschulen. Besonders verbreitet sind Betriebswirtschaftslehre mit zahlreichen Spezialisierungen, Informatik und Wirtschaftsinformatik, Ingenieurstudiengänge wie Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik sowie Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und Gesundheitsmanagement. Manche Anbieter kombinieren Präsenzphasen am Campus mit virtuellen Vorlesungen, sodass Studierende bundesweit bei Praxispartnern arbeiten können.
Aufgaben im Arbeitsalltag
In den Praxisphasen arbeiten dual Studierende in echten Projekten mit. Die Aufgaben wachsen mit dem Studienfortschritt, zum Beispiel:
- Betriebswirtschaft: Controlling-Auswertungen, Marketingkampagnen, Personalprozesse oder Vertriebsprojekte begleiten.
- Informatik: Software entwickeln und testen, IT-Systeme betreuen, Daten analysieren.
- Ingenieurwesen und Bau: Pläne erstellen, Berechnungen durchführen, Baustellen begleiten.
- Soziales und Pädagogik: in Kitas, Jugendhilfe oder Beratungsstellen mitarbeiten und Angebote gestalten.
- Gesundheit und Tourismus: Abläufe in Einrichtungen organisieren, Qualitätsprojekte oder Reiseangebote betreuen.
- Transfer: Studieninhalte auf betriebliche Fragen anwenden und Praxisberichte sowie Abschlussarbeiten schreiben.
Studium und Voraussetzungen
Es gibt zwei Hauptmodelle. Beim ausbildungsintegrierten dualen Studium absolvieren Studierende parallel eine anerkannte Berufsausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Elektroniker, und erwerben so zwei Abschlüsse. Beim praxisintegrierten Modell gibt es keine separate Ausbildung, dafür umfangreiche Praxisphasen beim Partnerunternehmen. Daneben existieren berufsbegleitende und berufsintegrierende Varianten für Menschen, die bereits im Beruf stehen. Ein Bachelor dauert im dualen Modell meist drei bis vier Jahre; Semesterferien im klassischen Sinn gibt es kaum, stattdessen gilt der vertragliche Urlaubsanspruch.
Zugangsvoraussetzung ist in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife; beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zugelassen werden. Zusätzlich braucht man einen Vertrag mit einem Praxispartner – die Bewerbung läuft daher meist zuerst über das Unternehmen, oft schon ein Jahr vor Studienbeginn. Gefragt sind Leistungsbereitschaft, Organisationstalent und Belastbarkeit, denn Studium und Arbeit gleichzeitig zu bewältigen ist anspruchsvoll.
Weiterbildung und Karriere
Dual Studierende haben nach dem Abschluss einen deutlichen Vorsprung an Praxiserfahrung und werden häufig direkt vom Praxispartner übernommen. Typische Einstiegsrollen sind Fach- und Nachwuchsführungspositionen, etwa als Sales Manager, Bauingenieur, Sozialarbeiter oder Softwareentwickler. Mit einem anschließenden Master, oft berufsbegleitend, stehen weitere Karrierewege offen.
Wer die Praxis lieber flexibel neben einem regulären Studium sammeln möchte, kann alternativ als Werkstudent arbeiten. Für Schulabgänger, die zunächst ohne Studium starten möchten, ist eine Ausbildung etwa als Kaufmann für Büromanagement eine Alternative mit späterer Studienoption.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Das Angebot an dualen Studienplätzen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, weil Unternehmen so ihren Fachkräftenachwuchs sichern. Besonders viele Plätze gibt es in Wirtschaft, Informatik, Technik, Sozialwesen und Gesundheit. Die Übernahmechancen gelten als gut. Einen Überblick über die Lage am Arbeitsmarkt gibt die Seite zur Arbeitslosenquote.
Die Vergütung wird monatlich gezahlt und vom Praxispartner festgelegt, teils nach Tarifvertrag; sie unterscheidet sich stark nach Branche, Region und Studienmodell. Einen einheitlichen Gehaltswert gibt es deshalb nicht. Bei privaten Hochschulen fallen oft Studiengebühren an, die viele Unternehmen ganz oder teilweise übernehmen. Häufig enthalten Verträge Bindungs- oder Rückzahlungsklauseln, die eine Weiterbeschäftigung nach dem Abschluss vorsehen – diese sollten vor der Unterschrift genau geprüft werden. Was von der Vergütung netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Wird man im dualen Studium bezahlt?
In der Regel ja. Der Praxispartner zahlt eine monatliche Vergütung über die gesamte Studiendauer. Die Höhe legt das Unternehmen oder ein Tarifvertrag fest.
Was ist der Unterschied zwischen ausbildungs- und praxisintegriertem dualem Studium?
Ausbildungsintegriert bedeutet: Bachelor plus anerkannter Berufsabschluss. Praxisintegriert bedeutet: Bachelor mit langen Praxisphasen im Unternehmen, aber ohne zusätzliche Ausbildung.
Wie bewerbe ich mich für ein duales Studium?
Meist bewerben Sie sich zuerst beim Unternehmen oder der Einrichtung, die dann mit der Hochschule kooperiert. Viele Firmen schreiben Plätze etwa ein Jahr vor Studienbeginn aus.
Muss ich nach dem dualen Studium beim Unternehmen bleiben?
Das hängt vom Vertrag ab. Manche Verträge enthalten Bindungsklauseln, die bei vorzeitigem Wechsel eine anteilige Rückzahlung von Kosten vorsehen. Lassen Sie solche Klauseln im Zweifel prüfen.
Wo finde ich freie Plätze für ein duales Studium?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Angebote für duale Studienplätze aus ganz Deutschland, auch gefiltert nach Städten.