Berufsprofil Gesundheits- und Krankenpfleger
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Gesundheits- und Krankenpfleger?
Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger – umgangssprachlich oft noch Krankenschwester oder Krankenpfleger genannt – betreuen kranke Menschen, beobachten ihren Zustand, führen ärztlich angeordnete Maßnahmen durch und planen die Pflege eigenverantwortlich. Sie arbeiten vor allem in Krankenhäusern, aber auch in Reha-Kliniken, ambulanten Diensten und Pflegeeinrichtungen. Sie sind die Berufsgruppe, die rund um die Uhr am Patientenbett präsent ist.
Die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger“ stammt aus dem Krankenpflegegesetz von 2004. Seit 2020 wird nach dem Pflegeberufegesetz generalistisch zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ausgebildet. Wer den alten Abschluss besitzt, darf die Bezeichnung weiterführen und ist den neuen Pflegefachkräften gleichgestellt.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Patientenaufnahme und Pflegeplanung: Pflegeanamnese erheben, Risiken wie Sturz oder Dekubitus einschätzen, Pflegeziele festlegen.
- Behandlungspflege: Infusionen vorbereiten und überwachen, Medikamente verabreichen, Verbände wechseln, Blut abnehmen, Drainagen und Katheter versorgen.
- Überwachung: Vitalzeichen kontrollieren, Veränderungen erkennen und die Ärzteschaft informieren.
- OP-Vor- und Nachbereitung: Patienten vorbereiten, nach Eingriffen überwachen und mobilisieren.
- Grundpflege und Beratung: Unterstützung bei Körperpflege und Ernährung, Anleitung von Patienten und Angehörigen, Entlassmanagement.
- Organisation: Visiten begleiten, Dokumentation führen, Übergaben gestalten, Auszubildende anleiten.
Der Alltag unterscheidet sich stark nach Fachbereich: Auf einer chirurgischen Station ist die Taktung hoch, auf der Intensivstation betreut man wenige, schwer kranke Menschen mit viel Technik, in der Psychiatrie stehen Gespräche und Beziehungsarbeit im Vordergrund.
Ein Frühdienst auf einer internistischen Station beginnt zum Beispiel mit der Übergabe aus dem Nachtdienst. Danach folgen Vitalzeichenkontrolle, Medikamentengabe, Unterstützung bei der Körperpflege und die Vorbereitung von Untersuchungen. Während der Visite bringt die Pflegekraft ihre Beobachtungen ein und setzt anschließend die neuen Anordnungen um. Zwischendurch kommen Neuaufnahmen, Entlassungen und Rückfragen von Angehörigen hinzu. Am Ende steht wieder eine strukturierte Übergabe an den Spätdienst. Eine gute Organisation, klare Prioritäten und eine sorgfältige Dokumentation sind deshalb ebenso wichtig wie fachliches Wissen.
Ausbildung und Voraussetzungen
Neue Ausbildungen zum Gesundheits- und Krankenpfleger werden seit 2020 nicht mehr begonnen. Der Weg in den Beruf führt heute über die dreijährige generalistische Pflegeausbildung (Teilzeit bis zu fünf Jahre) mit Unterricht an einer Pflegeschule und Praxiseinsätzen in Krankenhaus, stationärer Langzeitpflege, ambulanter Pflege, Pädiatrie und Psychiatrie. Wer den Vertiefungseinsatz im Krankenhaus absolviert, wird gezielt auf die Akutpflege vorbereitet. Die Ausbildung ist schulgeldfrei und wird vergütet. Alternativ gibt es das primärqualifizierende Pflegestudium mit Bachelorabschluss und Berufszulassung.
Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung beziehungsweise Pflegehelferausbildung. Gefragt sind Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, sorgfältiges Arbeiten, Teamfähigkeit und Interesse an Medizin. Wer im Ausland ausgebildet wurde, kann die Anerkennung der Berufsqualifikation bei der zuständigen Landesbehörde beantragen.
Weiterbildung und Karriere
Typisch sind landesrechtlich oder nach DKG-Empfehlung geregelte Fachweiterbildungen, meist berufsbegleitend über rund zwei Jahre: Intensiv- und Anästhesiepflege, Operationsdienst, Onkologie, Nephrologie, Psychiatrie, Notfallpflege oder Hygiene. Dazu kommen kürzere Zusatzqualifikationen wie Wundexperte, Palliative Care oder Pain Nurse. Mit der berufspädagogischen Weiterbildung wird man Praxisanleiter.
Leitungsfunktionen reichen von der Stations- oder Wohnbereichsleitung bis zur Pflegedienstleitung und Pflegedirektion. Studiengänge in Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Pflegewissenschaft oder Advanced Nursing Practice öffnen Wege in Management, Lehre und erweiterte klinische Rollen.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Gesundheits- und Krankenpfleger sind stark gefragt. Pflegeberufe zählen laut Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen. Kliniken werben mit Prämien, flexiblen Dienstmodellen und Weiterbildungsangeboten um Personal. Die Krankenhausreform kann zwar zu Umstrukturierungen und Standortzusammenlegungen führen, am grundsätzlich hohen Bedarf an Pflegefachkräften ändert das jedoch wenig.
Arbeitgeber sind kommunale, freigemeinnützige und private Krankenhäuser, Universitätskliniken, Reha- und Fachkliniken, Dialysezentren, ambulante Pflegedienste, Pflegeheime und Zeitarbeitsfirmen. Schicht- und Wochenenddienste sind in der Klinik Standard, dafür gibt es Zulagen. Teilzeit ist weit verbreitet. Viele Häuser zahlen nach TVöD, TV-L, kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien oder Haustarif. Aktuelle Entgeltdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite, Ihr Nettogehalt berechnen Sie mit dem Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Darf ich mich nach der neuen Ausbildung noch Gesundheits- und Krankenpfleger nennen?
Nein, wer nach dem Pflegeberufegesetz ausgebildet wird, führt die Bezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Wer den Abschluss nach altem Recht erworben hat, behält seine Berufsbezeichnung dauerhaft.
Ist „Krankenschwester“ noch eine offizielle Berufsbezeichnung?
Nein, die Bezeichnung Krankenschwester wurde bereits 2004 abgelöst. Im Alltag und in Stellenanzeigen ist sie aber weiterhin verbreitet und meint Pflegefachkräfte im Krankenhaus.
Welche Fachweiterbildung lohnt sich?
Das hängt von den eigenen Interessen ab. Intensiv- und Anästhesiepflege sowie OP-Pflege sind besonders gefragt und werden häufig mit Zulagen honoriert. Wer lieber organisiert und führt, profitiert eher von einer Leitungsweiterbildung.
Kann ich als Krankenpfleger in der Altenpflege oder ambulant arbeiten?
Ja. Der Abschluss qualifiziert auch für stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste. Dort sind oft planbarere Arbeitszeiten möglich, etwa reine Frühtouren.
Wo finde ich aktuelle Stellen?
Aktuelle Jobs für Gesundheits- und Krankenpfleger sehen Sie auf dieser Seite. Da viele Arbeitgeber allgemein nach Pflegefachkräften suchen, lohnt sich auch dort ein Blick.