Berufsprofil Pflegefachkraft
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht eine Pflegefachkraft?
Pflegefachkräfte betreuen, versorgen und begleiten Menschen, die aufgrund von Krankheit, Alter oder Behinderung Unterstützung brauchen. Sie arbeiten eigenverantwortlich, planen die Pflege, führen ärztlich angeordnete Maßnahmen durch und sind oft die wichtigste Bezugsperson für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Der Begriff „Pflegefachkraft“ ist ein Oberbegriff: Er umfasst die seit 2020 ausgebildeten Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner ebenso wie examinierte Altenpfleger und Gesundheits- und Krankenpfleger mit Abschluss nach altem Recht.
Eine Besonderheit des Berufs sind die sogenannten vorbehaltenen Tätigkeiten: Nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) dürfen nur Pflegefachpersonen den individuellen Pflegebedarf erheben, den Pflegeprozess organisieren und die Qualität der Pflege sichern. Diese Verantwortung unterscheidet die Fachkraft deutlich von Pflegehilfskräften.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Pflegeplanung und Dokumentation: Pflegebedarf einschätzen, Ziele festlegen, Maßnahmen planen und alles nachvollziehbar dokumentieren – zunehmend digital.
- Grundpflege: Unterstützung bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Ausscheidung, immer mit dem Ziel, die Selbstständigkeit zu erhalten.
- Behandlungspflege: Medikamente richten und verabreichen, Injektionen geben, Verbände wechseln, Wunden versorgen, Vitalzeichen kontrollieren.
- Beobachtung und Notfälle: Veränderungen im Gesundheitszustand erkennen, Ärztinnen und Ärzte informieren und in Notfällen richtig handeln.
- Beratung und Anleitung: Pflegebedürftige und Angehörige beraten, Auszubildende und Hilfskräfte anleiten.
- Zusammenarbeit im Team: Übergaben im Schichtwechsel, Visiten, Abstimmung mit Therapie, Sozialdienst und Hauswirtschaft.
Wie der Alltag konkret aussieht, hängt stark vom Einsatzort ab. Im Krankenhaus stehen akute Behandlungen und schnelle Abläufe im Vordergrund, in der stationären Langzeitpflege die Begleitung über Monate und Jahre, in der ambulanten Pflege die Versorgung im häuslichen Umfeld mit Touren im Dienstwagen.
Ausbildung und Voraussetzungen
Seit dem 1. Januar 2020 gilt das Pflegeberufegesetz. Die frühere getrennte Ausbildung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege wurde durch die generalistische Pflegeausbildung ersetzt. Sie dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fünf Jahre, und endet mit dem Abschluss Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann. Theorie und Praxis wechseln sich ab: Der Unterricht findet an der Pflegeschule statt, die praktischen Einsätze im Krankenhaus, in der stationären Langzeitpflege und in der ambulanten Pflege sowie in Pädiatrie und Psychiatrie. Wer einen Vertiefungsschwerpunkt in der Altenpflege oder der Kinderkrankenpflege wählt, kann sich für das letzte Ausbildungsdrittel für einen gesonderten Abschluss entscheiden.
Die Ausbildung ist schulgeldfrei, Auszubildende erhalten eine Ausbildungsvergütung vom Träger der praktischen Ausbildung. Der generalistische Abschluss wird in der gesamten EU automatisch anerkannt. Alternativ führt ein primärqualifizierendes Pflegestudium (Bachelor) zur Berufszulassung; seit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz erhalten auch Studierende eine Vergütung.
Zugangsvoraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Mit Hauptschulabschluss ist der Einstieg möglich, wenn zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine abgeschlossene Pflegehelfer- bzw. Pflegeassistenzausbildung vorliegt. Neben der gesundheitlichen Eignung brauchen Pflegefachkräfte Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Freude an der Arbeit mit Menschen. Pflegekräfte mit ausländischem Abschluss können ihre Qualifikation anerkennen lassen, teils nach einer Anpassungsmaßnahme oder Kenntnisprüfung.
Weiterbildung und Karriere
Kaum ein Beruf bietet so viele Spezialisierungen. Verbreitet sind Fachweiterbildungen in Intensiv- und Anästhesiepflege, Onkologie, Psychiatrie oder Palliative Care, außerdem Zusatzqualifikationen als Wundexpertin, Hygienebeauftragter oder gerontopsychiatrische Fachkraft. Wer gern Wissen weitergibt, qualifiziert sich mit einer berufspädagogischen Weiterbildung zum Praxisanleiter.
Für Führungsaufgaben führt der Weg über die Wohnbereichs- oder Stationsleitung bis zur Pflegedienstleitung und Einrichtungsleitung. Dafür sind anerkannte Leitungsweiterbildungen oder ein Studium etwa in Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaft üblich. Auch Aufgaben im Qualitätsmanagement, bei Pflegekassen oder im Medizinischen Dienst stehen erfahrenen Fachkräften offen.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Pflegefachkräfte gehören zu den gefragtesten Berufsgruppen in Deutschland. Die Pflegeberufe zählen laut Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen – offene Stellen bleiben überdurchschnittlich lange unbesetzt. Treiber sind die alternde Bevölkerung, der wachsende Pflegebedarf und viele altersbedingte Abgänge aus dem Beruf. Für ausgebildete Fachkräfte ist das Risiko, arbeitslos zu werden, entsprechend gering; wie sich die Arbeitslosigkeit insgesamt entwickelt, zeigt die Übersicht zur Arbeitslosenquote.
Typische Arbeitgeber sind Krankenhäuser und Unikliniken, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Reha-Kliniken, Hospize, Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie Zeitarbeitsfirmen. Gearbeitet wird meist im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten sowie an Wochenenden und Feiertagen. Teilzeit ist weit verbreitet, viele Arbeitgeber bieten feste Dienstmodelle, Springerpools oder Nachtdienststellen an. Die Vergütung richtet sich häufig nach Tarifverträgen wie dem TVöD-P, kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien oder Haustarifen; zusätzlich gibt es Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite, was davon netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pflegefachkraft und Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann?
Pflegefachfrau und Pflegefachmann sind die geschützten Berufsbezeichnungen nach dem Pflegeberufegesetz. „Pflegefachkraft“ ist ein Sammelbegriff, der auch Altenpfleger sowie Gesundheits- und Krankenpfleger mit Abschluss nach altem Recht einschließt. In Stellenanzeigen sind meist alle diese Abschlüsse gemeint.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Pflegefachkraft?
Die generalistische Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre und in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Das primärqualifizierende Pflegestudium dauert in der Regel drei bis vier Jahre und schließt mit Bachelor und Berufszulassung ab.
Kann ich als Quereinsteiger Pflegefachkraft werden?
Ja. Die Ausbildung steht auch Erwachsenen offen, oft in Teilzeit. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Umschulung fördern. Wer bereits als Pflegehelfer gearbeitet hat, kann die Ausbildung teilweise verkürzen.
Muss eine Pflegefachkraft im Schichtdienst arbeiten?
In Kliniken und Heimen ist Schichtarbeit die Regel. Es gibt aber Alternativen mit festeren Zeiten, etwa in der ambulanten Pflege mit Frühtouren, in Tageskliniken, Arztpraxen, Tagespflegen oder in Beratungs- und Qualitätsmanagementfunktionen.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Pflegefachkraft?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Stellenangebote für Pflegefachkräfte aus ganz Deutschland. Über die Ortsauswahl lassen sich die Jobs auch nach Städten filtern.