Berufsprofil Steuerberater
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Steuerberater?
Steuerberaterinnen und Steuerberater helfen Mandanten, ihre steuerlichen Pflichten korrekt zu erfüllen und Gestaltungsspielräume legal zu nutzen. Sie erstellen Steuererklärungen und Jahresabschlüsse, beraten Unternehmen bei Investitionen, Gründungen, Umstrukturierungen und Nachfolgeregelungen und vertreten ihre Mandanten gegenüber Finanzamt und Finanzgericht. Zu ihren Mandanten zählen Privatpersonen, Freiberufler, Handwerksbetriebe, Mittelständler und Konzerne.
Steuerberater üben einen freien Beruf aus und sind Mitglied einer Steuerberaterkammer. Die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen ist nach dem Steuerberatungsgesetz (StBerG) grundsätzlich Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten und wenigen weiteren Gruppen vorbehalten. Die Berufsbezeichnung ist geschützt; wer sie führen will, muss die Steuerberaterprüfung bestehen und bestellt werden.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Steuerdeklaration: Steuererklärungen für Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatz- sowie Erbschaft- und Schenkungsteuer erstellen oder prüfen.
- Jahresabschlüsse: Handels- und Steuerbilanzen aufstellen, Gewinnermittlungen verantworten.
- Gestaltungsberatung: Rechtsformwahl, Gründung, Unternehmensnachfolge, Immobilien- und Vermögensfragen steuerlich optimieren.
- Vertretung: Mandanten bei Betriebsprüfungen begleiten, Einsprüche führen und vor dem Finanzgericht vertreten.
- Betriebswirtschaftliche Beratung: Auswertungen erläutern, Finanzplanung und Liquidität besprechen, bei Finanzierungen unterstützen.
- Kanzleiführung: Team aus Steuerfachangestellten anleiten, Arbeitsergebnisse prüfen, Qualität und Fristen sichern.
In kleineren Kanzleien steht die umfassende Betreuung mittelständischer Mandanten im Vordergrund. In großen Beratungsgesellschaften und Konzernsteuerabteilungen spezialisieren sich Steuerberater stärker, etwa auf internationales Steuerrecht, Umsatzsteuer, Verrechnungspreise oder Transaktionen.
Ausbildung und Voraussetzungen
Kern des Berufszugangs ist die Steuerberaterprüfung. Zugelassen wird, wer ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium oder ein Studium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung abgeschlossen und danach je nach Regelstudienzeit mehrere Jahre praktisch auf dem Gebiet der Steuern gearbeitet hat. Ohne Studium ist die Zulassung nach einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Steuerfachangestellter, und einer längeren Berufspraxis möglich. Auch langjährige Beamte der Finanzverwaltung können zugelassen werden.
Die Prüfung besteht aus drei schriftlichen Klausuren an aufeinanderfolgenden Tagen im Herbst, unter anderem zu Verfahrensrecht, Ertragsteuern sowie Buchführung und Bilanzwesen, und einer mündlichen Prüfung im Folgejahr. In mehreren Ländern können die Klausuren inzwischen auch digital am Computer geschrieben werden. Die Prüfung gilt als eine der anspruchsvollsten in Deutschland, die Durchfallquoten sind hoch. Die meisten Kandidatinnen und Kandidaten bereiten sich über ein bis zwei Jahre berufsbegleitend mit Lehrgängen vor.
Nach bestandener Prüfung erfolgt die Bestellung durch die zuständige Steuerberaterkammer. Wer Steuerberater werden möchte, braucht analytisches Denken, Freude an Gesetzestexten, Ausdauer, Verschwiegenheit und Kommunikationsstärke im Umgang mit Mandanten.
Weiterbildung und Karriere
Steuerberater sind zur ständigen Fortbildung verpflichtet, schon weil sich das Steuerrecht laufend ändert. Spezialisierungen lassen sich mit Fachberater-Titeln nachweisen: Die Steuerberaterkammern verleihen sie für Internationales Steuerrecht sowie für Zölle und Verbrauchsteuern, der Deutsche Steuerberaterverband bietet weitere Fachberater an, etwa für Unternehmensnachfolge, Sanierung und Insolvenzverwaltung oder Testamentsvollstreckung.
Karrierewege führen vom angestellten Steuerberater zum Partner in einer Kanzlei, zur eigenen Kanzlei oder zur Kanzleiübernahme. Viele wechseln in Steuerabteilungen von Unternehmen, etwa als Tax Manager oder Head of Tax. Mit dem Wirtschaftsprüferexamen lässt sich das Leistungsspektrum erweitern, ein Fachanwalt für Steuerrecht setzt dagegen ein Jurastudium voraus.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Steuerberater gehören zu den gesuchtesten Fachleuten im Finanzbereich. Die Berufe in der Steuerberatung zählen laut Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit auf Expertenebene zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen. Viele Kanzleiinhaber stehen vor dem Ruhestand und suchen Nachfolger, und der Beratungsbedarf wächst mit komplexeren Steuerregeln, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Digitalisierung. Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf sehr selten; den Gesamtarbeitsmarkt zeigt die Übersicht zur Arbeitslosenquote.
Arbeitgeber sind Steuerberatungskanzleien aller Größen, Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften, Unternehmen, Banken, Verbände und die Finanzverwaltung. Selbstständige Steuerberater erzielen ihr Einkommen über Honorare nach der Steuerberatervergütungsverordnung oder frei vereinbarte Vergütungen. Die aktuellen Gehaltsdaten angestellter Fachkräfte aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite; das Nettogehalt berechnet der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Wie wird man Steuerberater?
Über die Steuerberaterprüfung. Zugelassen wird, wer ein passendes Studium und mehrjährige Praxis im Steuerbereich nachweist oder nach einer kaufmännischen Ausbildung eine entsprechend längere Berufspraxis hat. Nach bestandener Prüfung folgt die Bestellung durch die Steuerberaterkammer.
Kann man ohne Studium Steuerberater werden?
Ja. Nach einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Steuerfachangestellter, und längerer hauptberuflicher Tätigkeit im Steuerbereich ist die Zulassung zur Prüfung möglich. Die Fortbildung zum Steuerfachwirt verkürzt die geforderte Praxiszeit.
Wie schwer ist die Steuerberaterprüfung?
Sehr anspruchsvoll. Ein erheblicher Teil der Teilnehmenden scheitert an den schriftlichen Klausuren. Eine intensive, meist ein- bis zweijährige Vorbereitung mit Lehrgängen ist üblich.
Was ist der Unterschied zwischen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer?
Steuerberater beraten in Steuerfragen und erstellen Abschlüsse. Wirtschaftsprüfer prüfen Jahresabschlüsse und erteilen Bestätigungsvermerke. Viele Wirtschaftsprüfer sind zugleich Steuerberater.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Steuerberater?
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