Berufsprofil Lokführer
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Lokführer?
Lokführer – offiziell Triebfahrzeugführer – fahren Züge im Personen- und Güterverkehr. Sie bringen Pendler im Regional- und S-Bahn-Verkehr zur Arbeit, steuern Fernverkehrszüge über lange Strecken oder befördern Container, Autos, Rohstoffe und Chemikalien im Güterverkehr. Daneben rangieren sie Wagen in Bahnhöfen und Werken und überführen Fahrzeuge zu Werkstätten.
Der Beruf verlangt höchste Konzentration und Verantwortungsbewusstsein. Lokführer beachten Signale, Geschwindigkeitsvorgaben und Anweisungen des Fahrdienstleiters, beobachten die Strecke und reagieren sofort auf Störungen. Sicherheitssysteme wie die Zugbeeinflussung unterstützen sie, ersetzen aber nicht ihre Aufmerksamkeit.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Vorbereitung: Dienstbeginn, Fahrplan, Fahrplanänderungen und Langsamfahrstellen prüfen, Fahrzeug übernehmen.
- Technische Prüfung: Bremsprobe durchführen, Sicherheitseinrichtungen, Beleuchtung und Türen kontrollieren.
- Fahren: Züge nach Fahrplan und Signalen führen, energiesparend beschleunigen und bremsen.
- Kommunikation: Mit Fahrdienstleitern, Zugbegleitern und der Betriebszentrale Informationen austauschen, Durchsagen machen.
- Störungen: Technische Fehler eingrenzen und beheben, bei Unfällen und Notfällen nach Vorschrift handeln.
- Güterverkehr und Rangieren: Wagen kuppeln, Wagenlisten prüfen, Gefahrgutvorschriften beachten.
Züge fahren rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen. Lokführer arbeiten deshalb im Schichtdienst mit wechselnden Anfangszeiten; im Fernverkehr und Güterverkehr kommen auswärtige Übernachtungen hinzu. Während der Fahrt sind sie meist allein im Führerstand. Wer ruhig, zuverlässig und selbstständig arbeitet und Technik mag, fühlt sich hier wohl.
Vor jedem Einsatz auf einer Strecke oder mit einer Baureihe brauchen Lokführer die entsprechenden Kenntnisse: Streckenkunde für die befahrenen Abschnitte und Fahrzeugkunde für die eingesetzten Triebfahrzeuge. Diese werden in Schulungen und Mitfahrten erworben und regelmäßig aufgefrischt.
Ausbildung und Voraussetzungen
Es gibt zwei Hauptwege in den Beruf. Der erste ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Sie vermittelt neben dem Führen von Triebfahrzeugen auch Rangier- und Transportaufgaben, Wagentechnik und Betriebsabläufe. Ausgebildet wird bei Eisenbahnverkehrsunternehmen und in der Berufsschule.
Der zweite Weg ist die Funktionsausbildung zum Triebfahrzeugführer für Quereinsteiger. Sie dauert in der Regel mehrere Monate und wird von Eisenbahnunternehmen und Bildungsträgern angeboten, häufig gefördert durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Bevorzugt werden Bewerber mit abgeschlossener Berufsausbildung, idealerweise im technischen Bereich.
In beiden Fällen sind der europäische Triebfahrzeugführerschein nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung und eine unternehmensbezogene Zusatzbescheinigung für Fahrzeuge und Strecken erforderlich. Voraussetzung sind außerdem die ärztliche und arbeitspsychologische Tauglichkeit, die regelmäßig überprüft wird, gutes Seh- und Hörvermögen, Farbtüchtigkeit sowie gute Deutschkenntnisse für die Kommunikation im Bahnbetrieb.
Weiterbildung und Karriere
Lokführer bilden sich regelmäßig fort, etwa zu neuen Baureihen, Strecken, Sicherungstechnik oder dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS. Mit Erfahrung können sie Lehrlokführer, Ausbilder oder Prüfer werden, in die Disposition oder Leitstelle wechseln oder als Teamleiter Verantwortung übernehmen. Weitere Wege sind die Fortbildung zum Fahrdienstleiter, der Verkehrsfachwirt oder ein Studium im Bereich Bahn- und Verkehrswesen.
Neben dem Fahren gehört die ständige Weiterbildung zum Beruf: Regelmäßige Schulungen zu Betriebsvorschriften, Sicherheitsregeln und Notfallverfahren sind Pflicht. Auch Fahrsimulatoren werden eingesetzt, um seltene Störungen und Gefahrensituationen realistisch zu trainieren. Wer die Verantwortung für Hunderte Fahrgäste oder wertvolle Güter schätzt, findet darin eine sinnstiftende Aufgabe.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Lokführer werden bei vielen Eisenbahnunternehmen gesucht. Der Ausbau des Schienenverkehrs, neue Verkehrsverträge im Nahverkehr und die Verlagerung von Gütern auf die Schiene erhöhen den Bedarf, während zahlreiche Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Viele Unternehmen bilden deshalb Quereinsteiger in großer Zahl aus. Wie sich der Arbeitsmarkt insgesamt entwickelt, zeigt die Seite zur Arbeitslosenquote.
Arbeitgeber sind die Deutsche Bahn, private Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personen- und Güterverkehr, kommunale Verkehrsbetriebe, Industrie- und Hafenbahnen sowie Personaldienstleister. Tarifverträge regeln bei vielen Arbeitgebern Arbeitszeiten, Zulagen und Ruhetage. Die aktuellen Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite, das Nettoeinkommen berechnet der Brutto-Netto-Rechner.
Für viele Quereinsteiger ist der Beruf attraktiv, weil die Funktionsausbildung vergleichsweise kurz ist und oft mit Gehalt oder Förderung verbunden wird. Nach der Ausbildung folgen in der Regel eine Einarbeitung mit erfahrenen Kollegen und die schrittweise Erweiterung auf weitere Strecken und Baureihen.
Häufige Fragen
Wie werde ich Lokführer als Quereinsteiger?
Über eine Funktionsausbildung zum Triebfahrzeugführer, die mehrere Monate dauert. Viele Eisenbahnunternehmen bieten sie selbst an, oft auch mit Förderung durch die Agentur für Arbeit.
Wie lange dauert die reguläre Ausbildung?
Die duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst in der Fachrichtung Lokführer und Transport dauert drei Jahre.
Welche gesundheitlichen Voraussetzungen gibt es?
Lokführer müssen ärztlich und arbeitspsychologisch tauglich sein. Dazu gehören unter anderem ausreichendes Seh- und Hörvermögen und Farbtüchtigkeit. Die Tauglichkeit wird regelmäßig überprüft.
Arbeiten Lokführer im Schichtdienst?
Ja. Da der Bahnbetrieb rund um die Uhr läuft, sind Früh-, Spät- und Nachtschichten sowie Wochenend- und Feiertagsdienste üblich.
Wo finde ich aktuelle Stellen als Lokführer?
Auf dieser Seite sehen Sie aktuelle Stellenangebote für Lokführer aus ganz Deutschland. Über die Ortsauswahl lassen sich die Jobs nach Städten filtern.