Berufsprofil Facharzt
Aktualisiert am 26.09.2026
Was macht ein Facharzt?
Fachärztinnen und Fachärzte untersuchen, diagnostizieren und behandeln Erkrankungen in einem bestimmten medizinischen Fachgebiet. Die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern kennen zahlreiche Facharztbezeichnungen, etwa Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Kinder- und Jugendmedizin oder Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Facharzttitel bestätigt, dass eine Ärztin oder ein Arzt nach der Approbation eine strukturierte Weiterbildung in diesem Gebiet absolviert und die Facharztprüfung bestanden hat.
In Stellenanzeigen tauchen neben Fachärzten auch Assistenzärzte (Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung) und Oberärzte auf. Diese Seite fasst die ärztliche Laufbahn vom Berufseinstieg bis zur Facharzt- und Oberarztposition zusammen. Die Aufgaben unterscheiden sich stark je nach Fachrichtung und danach, ob man im Krankenhaus, in einer Praxis, einem Medizinischen Versorgungszentrum oder im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeitet.
Aufgaben im Arbeitsalltag
- Anamnese und Untersuchung: Krankengeschichte erheben, körperlich untersuchen, Befunde einordnen.
- Diagnostik: Labor, Bildgebung und Funktionsdiagnostik anordnen oder selbst durchführen, etwa Ultraschall, EKG oder Endoskopie.
- Therapie: Behandlungspläne erstellen, Medikamente verordnen, Eingriffe und Operationen durchführen.
- Visiten und Aufklärung: Patienten und Angehörige informieren, über Risiken aufklären, Entscheidungen gemeinsam treffen.
- Dokumentation: Arztbriefe, Befunde, Gutachten und Kodierung für die Abrechnung.
- Teamarbeit und Lehre: Zusammenarbeit mit Pflege, Therapie und anderen Fachdisziplinen, Anleitung von Assistenzärzten und Studierenden.
Im Krankenhaus kommen Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste sowie Aufgaben in der Notaufnahme hinzu. In der Praxis stehen Sprechstunden, Hausbesuche und die Zusammenarbeit mit Medizinischen Fachangestellten im Vordergrund. Gutachterliche Tätigkeiten, etwa für Rentenversicherung, Gerichte oder Versicherungen, sind ein eigenes Feld mit meist planbaren Arbeitszeiten.
Studium und Voraussetzungen
Der Weg beginnt mit dem Studium der Humanmedizin, das mindestens sechs Jahre und drei Monate dauert und mit dem Staatsexamen abschließt. Das letzte Jahr ist das Praktische Jahr in Klinik oder Lehrpraxis. Die Studienplätze sind begehrt, vergeben werden sie über die Stiftung für Hochschulzulassung anhand von Abiturnote, Tests wie dem TMS und weiteren Kriterien; einige Länder bieten zusätzlich eine Landarztquote an. Nach dem Staatsexamen wird die Approbation erteilt, mit der man ärztlich tätig sein darf.
Anschließend folgt die Facharztweiterbildung als angestellter Assistenzarzt. Sie dauert je nach Gebiet in der Regel fünf bis sechs Jahre und findet bei weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten in Kliniken oder Praxen statt. Inhalte und Mindestzeiten legt die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer fest; am Ende steht eine mündliche Facharztprüfung vor der Kammer. Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss benötigen für die Approbation eine Anerkennung und gegebenenfalls eine Kenntnisprüfung sowie eine Fachsprachprüfung. Persönlich gefragt sind Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck, Empathie, Belastbarkeit und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen.
Weiterbildung und Karriere
Nach dem Facharzt sind Schwerpunkt- und Zusatzweiterbildungen möglich, etwa Kardiologie oder Gastroenterologie innerhalb der Inneren Medizin sowie Zusatzbezeichnungen wie Notfallmedizin, Palliativmedizin oder Intensivmedizin. Ärztinnen und Ärzte sind zudem zur kontinuierlichen Fortbildung verpflichtet; Vertragsärzte müssen diese regelmäßig nachweisen.
In der Klinik führt der Weg vom Facharzt über den Oberarzt und leitenden Oberarzt bis zum Chefarzt. Eine Promotion und bei Universitätskliniken die Habilitation sind für Spitzenpositionen oft wichtig. Alternativ kann man sich in eigener Praxis niederlassen, eine Praxis übernehmen oder angestellt in einem Medizinischen Versorgungszentrum arbeiten. Für die Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen ist eine Zulassung über die Kassenärztliche Vereinigung nötig, die von der Bedarfsplanung abhängt. Weitere Wege führen in den öffentlichen Gesundheitsdienst, die Arbeitsmedizin, die pharmazeutische Industrie oder den Medizinischen Dienst.
Arbeitsmarkt und Perspektiven
Ärztinnen und Ärzte haben in Deutschland sehr gute Beschäftigungschancen. Die Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit nennt Medizinerinnen und Mediziner ausdrücklich unter den Experten-Engpassberufen; so zählen etwa Fachärzte in der Inneren Medizin zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen. Besonders schwierig ist die Nachbesetzung in ländlichen Regionen und in der hausärztlichen Versorgung, wo viele Praxisinhaber in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Wie sich der Arbeitsmarkt allgemein entwickelt, zeigt die Seite zur Arbeitslosenquote.
Arbeitgeber sind Universitätskliniken, kommunale, kirchliche und private Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Praxen, Medizinische Versorgungszentren, Gesundheitsämter, Gutachterinstitute und die Bundeswehr. In Kliniken richten sich Gehalt und Arbeitszeit häufig nach den Tarifverträgen für Ärztinnen und Ärzte, die der Marburger Bund verhandelt, einschließlich Regelungen zu Bereitschaftsdiensten. Teilzeit wird in vielen Fachgebieten zunehmend angeboten. Aktuelle Gehaltsdaten aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit finden Sie oben auf dieser Seite; was davon netto bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, Facharzt zu werden?
Das Medizinstudium dauert mindestens sechs Jahre und drei Monate, die anschließende Weiterbildung je nach Fachgebiet meist fünf bis sechs Jahre. Insgesamt sind also rund elf bis zwölf Jahre üblich, bei Teilzeit entsprechend länger.
Was ist der Unterschied zwischen Assistenzarzt, Facharzt und Oberarzt?
Assistenzärzte sind approbierte Ärzte in der Facharztweiterbildung. Fachärzte haben die Facharztprüfung bestanden. Oberärzte sind Fachärzte mit zusätzlicher Leitungs- und Aufsichtsverantwortung für einen Bereich.
Kann ich die Weiterbildung in Teilzeit absolvieren?
Ja, die Weiterbildungsordnungen erlauben Teilzeit. Die Weiterbildungszeit verlängert sich dann entsprechend.
Welche Fachrichtungen werden besonders gesucht?
Stark gefragt sind unter anderem Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Psychiatrie, Anästhesiologie und Kinder- und Jugendmedizin. Die Lage unterscheidet sich jedoch regional deutlich.
Wo finde ich aktuelle Stellen für Ärzte?
Aktuelle Stellenangebote für Fachärzte, Assistenzärzte und Oberärzte finden Sie direkt auf dieser Seite, auf Wunsch nach Städten gefiltert.